Literaturstudie zum Thema Sprachförderung von Migrationskindern im Kindergarten
Literaturstudie zum Thema Sprachförderung von Migrationskindern
im Kindergarten
Mit der für die nächsten Jahre geplanten Kantonalisierung des Kindergartens wurde es dem Kanton Aargau möglich, Migrationskinder schon im Kindergarten gezielt zu fördern und die heute bestehenden, von den Gemeinden angebotenen "Mundartkurse" durch ein neues Förderkonzept zu ersetzen. Im Hinblick auf das neu zu entwickelnde Sprachförderkonzept hatte das BKS deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, welche empirische Ergebnisse zusammenstellte, analysierte und Empfehlungen zur Umsetzung vorschlug.
Inhaltlich konzentrierte sich die Studie auf sechs Bereiche, denen sowohl in der fachlichen Diskussion, als auch in der Praxis der Sprachförderung grosse Bedeutung zukam:
1. Programme zur Förderung der 'phonologischen Bewusstheit'
2. Förderprogramme, die primär sprachlich-kognitiv orientiert sind
3. Frühe Zugänge zur Schrift
4. Förderung in der Erstsprache
5. Zusammenarbeit von Kindergarten und ausserschulischen Institutionen
6. Hochdeutsch im Kindergarten
Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Weitere Infos und Dokumente
Deutschstandard im Kindergarten
Begleitstudie zu einem Schulentwicklungsprojekt in Liestal
Der Erziehungsrat des Kantons Basel-Landschaft beschloss im Jahr 2003 eine Lehrplanergänzung zur Förderung von Mundart und Standardsprache im Kindergarten. In einem vierjährigen Schulentwicklungsprojekt mit dem Titel Deutsch-Standard im Kindergarten wurde in drei Liestaler Kindergärten in unterschiedlichen Modellen erprobt, wie die Vorgaben des ergänzten Stufenlehrplans am gewinnbringendsten umzusetzen seien.
Die PH FHNW erhielt den Auftrag, die Phase der Erprobung der drei Modelle und deren Nachhaltigkeit in den ersten zwei Schuljahren dokumentieren und forschungsgestützte Empfehlungen formulieren.
Der seit Herbst vorliegende Schlussbericht der PH FHNW empfiehlt, die Unterrichtssprache im Kindergarten auf den Sprachstand der Kinder abzustimmen. Diese Empfehlungen fussen auf den Befunden zur Umsetzbarkeit, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der erprobten Modelle.
|
Projektleitung | ||
| Dorothée Brian Karaman | ||
| Prof. Dr. Mathilde Gyger |
|
|
|
Projektmitarbeitende | ||
| Brigitte Heckendorn-Heinimann | ||
| Dr. Petra Leuenberger | ||
Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Weitere Infos und Dokumente
Mischcode
Lernersprache zwischen Mundart und Hochdeutsch: das Code-mixing von
Kindern mit Migrationshintergund in Deutschschweizer Schulen
Gegenstand des Projekts sind Lernersprachen von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschschweizer Schulen. Das DORE-Projekt untersucht die sprachliche Orientierungskompetenz und den dialektal-hochdeutschen Mischcode von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschschweizer Schulen. Neben der sprachwissenschaftlichen Empirie sieht das Projekt Umsetzungsarbeit auf dem Gebiet der Sprachstandsbeobachtung vor.
Sei es in schulpolitischen oder in alltäglichen Diskussionen: Die Ansicht, dass Kinder mit Migrationshintergrund, die in der Deutschschweiz eingeschult werden, wegen dem Nebeneinander von Dialekt und Standardsprache "nicht richtig" Deutsch können, ist sehr verbreitet. Auch in der Fachliteratur wird - häufig negativ konnotiert - von "Mischsprachen" oder Halbsprachigkeit gesprochen. Bisher wurde jedoch das Charakteristische dieser Lernersprachen in der Deutschschweizer Diglossiesituation nicht umfassend untersucht. Die empirische Untersuchung möchte diese Lücke füllen und bestehende Vorurteile ausräumen.
Neben der sprachwissenschaftlich angelegten Empirie sieht das Projekt Umsetzungsarbeit auf dem Gebiet von Sprachstandsbeobachtung und Kompetenzeinschätzung vor. Im aktuellen sprachdidaktischen Diskurs werden die Bearbeitung dieser Thematik und die damit einhergehende spezifische Professionalisierung der Lehrpersonen mit als eine der dringlichsten Aufgaben von Fachdidaktik und Fachwissenschaft erachtet.
Das Projekt umfasst eine qualitative Längsschnittstudie und eine quantitative Querschnittstudie und verfolgt folgende Ziele:
Zunächst sollen die mündlichen und schriftlichen Lernersprachen in verschiedenen Zweitspracherwerbsstadien auf phonologischer, morpho-syntaktischer und lexikalischer Ebene beschrieben und mit denjenigen von gleichaltrigen Schweizer Kindern deutscher Erstsprache verglichen werden. Anschliessend soll eine Typologie der Mischphänomene entworfen werden.
In der Querschnittstudie wird die sprachliche Orientierungskompetenz von Jugendlichen mit Migrationshintergrund untersucht.
Aufgrund der Erkenntnisse aus Längs- und Querschnittstudie wird ein Instrument zur Sprachstandsbeobachtung entwickelt, das in der schulischen Praxis erprobt und als Anwendungsprodukt den Praxispartnern zur Verfügung stehen wird.
Die empirische Arbeit beginnt 2007. Die Arbeit am Beobachtungsinstrument für die Schulpraxis ist für 2009 vorgesehen. Das Projekt wird 2010 abgeschlossen.
|
Projektleitung | ||
| Prof. Dr. Mathilde Gyger |
|
|
|
Projektmitarbeitende | ||
| lic. phil. Sophie Besset | ||
| Pr. Dr. Walter Haas | ||
| Lic. phil. Nadia Montefiori | ||
| lic. phil. Helene Zenhäusern | ||
Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) des Kantons AG
Direktion für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Freiburg
Erziehungsdepartement Kanton Basel-Stadt
Universität Freiburg